Stephanitor ist eines der ersten Quartiere, das auf der Überseeinsel entsteht – und vielleicht auch eines der vielfältigsten. Denn es wird nicht nur einen repräsentativen Standort für Unternehmenszentralen und Wohnen mit Weserblick darstellen. Auch Wohnungen für ältere Menschen und Studierende, eine Kindertagesstätte sowie Arztpraxen und anderen medizinische Angebote bereichern das Quartier zwischen der Straße Auf der Muggenburg und der Weser.

Verfolgt auf dieser Seite, wie das Quartier entsteht und lest alles über die Vergangenheit des Ortes und die Pläne für seine Zukunft.

Willkommen in Stephanitor

 

© Felgendreher Olfs Köchling & Ponnie Images

Was passiert gerade in Stephanitor?

Das Plangebiet ist abgesteckt, der Baugrund ist vorbereitet und die Pläne sind gezeichnet: In zwei Preisgerichtssitzungen unter dem Vorsitz von Prof. Jörn Walter wurden im November 20 die Entwürfe dreier Architekturbüros gekürt. Nun kann die Entwicklung des Quartiers zwischen der Straße „Auf der Muggenburg“, der Weser und der Gemüsewerft beginnen. Entdeckt hier die Gewinnerentwürfe für die beiden Plangebiete Stephani-Weserseite und Stephanitorhöfe.

 

Stephanitor-Weserseite: Vielfalt bereits vorgedacht

Die Preisgerichtsjury, zu der auch Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther gehörte, entschied sich zu einem besonderen Vorgehen: die Entwürfe zweier Architekturbüros miteinander zu kombinieren.

Drei der fünf Gebäude sowie die Freiraumgestaltung werden vom Architekturbüro Allmann Sattler Wappner (München) in Zusammenarbeit mit Rabe Landschaftsarchitekten (Hamburg) realisiert. Anklänge an das „Bremer Haus“ und die Industriegeschichte des Ortes finden sich in den Entwürfen genauso wie vielfältige Bezüge zur Weser – zum Beispiel erkennbar an Materialauswahl und Farben der Fassaden. Verbunden und belebt wird das Quartier durch Freiräume, Höfe, Spielflächen und gemeinschaftlich nutzbare Dachflächen.

Zwei Gebäude aus den Entwürfen des Architekturbüros Felgendreher Olfs Köchling (Bremen/Berlin) vervollständigen das Quartier. Sie überzeugten die Jury durch flexible Wohnungsgrundrisse mit geringer Tiefe, welche einen optimalen Lichteinfall und viele Sichtachsen zum Quartier ermöglichen. Architektonisch nimmt der Entwurf von Felgendreher Olfs Köchling den Bezug zu den angrenzenden Bürogebäuden auf und bildet somit ein verbindendes Element und eine harmonische Überleitung in das Quartier.

Vielfalt auch in den Stephanitorhöfen Leitthema

Der erste Preis für den nach Westen hin spitz zulaufenden Teil des Geländes geht an das Architekturbüro ROBERTNEUN™ ARCHITEKTEN. Hier steckt die Vielfalt im Detail: Der großformatige Komplex gliedert sich in fünf Gebäude, von denen jedes durch unterschiedlich gestaltete Treppenhäuser, Loggien, Wintergärten, Balkone und Fassaden charakterisiert wird. Drei Innenhöfe, angelegt als Hofgarten, Spielhof und Gewerbehof, schaffen Freiräume für die gemeinsame Nutzung. Ein Schwimmbad und ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxen, Therapeutischen Praxen, Fitnesseinrichtung und Apotheke sind ebenso vorgesehen wie Flächen für Labore und Büros. Entlang der Radroute gruppieren sich kleinteilige Gewerbeeinheiten für Handwerk, Kreative, Künstler und individuellen Einzelhandel.

 


Wie wird es sich in Zukunft hier leben?

Wie in allen anderen entstehenden Quartieren auch, richtet sich die Gestaltung von Stephanitor nach dem Rahmenplan der Überseeinsel. Gleichzeitig soll es als eigenes Quartier erkennbar sein und schon jetzt ist klar, dass sein unverwechselbarer Charakter durch seine Vielfalt geprägt wird:
Geförderter Wohnungsbau steht gleichberechtigt neben freifinanzierten Wohnungen, hauptsächlich für Studierende und Senior*innen. Materialien, Strukturen und Formen wechseln sich ab.  Dächer werden entweder für Solaranlagen oder für soziales Miteinander genutzt.  Menschen, die in den Firmenzentralen, Büros, Praxen, Behandlungszentren und Sporteinrichtungen an der nördlichen Begrenzungsstraße Auf der Muggenburg arbeiten, mischen sich mit den Menschen, die am Ufer der Weser wohnen. Der Wind weht meist aus West-Süd-West und im Sommer treffen sich alle auf den autofreien Straßen und Plätzen des Quartiers.


Und was war hier früher?

Die Bremischen Seehäfen dehnten sich nach dem Mittelalter langsam von der Schlachte aus bis an die Stepanikirchweide. Man könnte meinen, dass das Gebiet zwischen Europahafen und Weser schon immer allein für den Umschlag von Waren genutzt wurde. Doch  bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts fand man hier, wo nun das Quartier Stephanitor entsteht, nicht nur das gleichnamige Tor in die Stadt hinein. Auch ein kleinteiliges Neben- und Miteinander von Wohn- und Arbeitsstätten entwickelte sich an diesem Ort: Eine Vielfalt, die wir im zukünftigen Stephanitor wiederfinden werden.
Das historisch gewachsene Viertel musste in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem Weserbahnhof weichen, dessen Bahnhofsgebäude 1860 eingeweiht wurde. Die an der Kaje entlang laufenden Schienen erlaubten den direkten Warenaustausch zwischen Schiffen und Güterzügen. Dieser ehemalige Gleisverlauf, der in Zukunft ein Fahrradweg sein wird, markiert die süd-westliche Begrenzung des zukünftigen Quartiers.
Im zweiten Weltkrieg wurde das Areal schwer beschädigt. Zwar nahm man nach Kriegsende die Umschlagsanlagen wieder in Betrieb, doch bereits 1960 siedelte sich hier die Firma Kellogg an. Wie die Frühstücksflocken nach Bremen kamen und Bremer Geschichte schrieben, lest ihr hier.